Bonn Climate Summit 2017 – Teil 1 / Part 1

Teil 1 – Auf der COP23 prangern Aktivisten Unternehmen & corporative Sponsoren an, die fossile Brennstoffe als die Loesung der Energiewende vorantreiben /

Activists at COP23 Decry Companies & Corporate Sponsors Pushing Fossil Fuel as Energy Solution – by democracy now.org

Die nachstehende freie Uebersetzung des Transkriptes gibt den ersten Teil des Gespraeches zwischen Amy Goodman und Nermeen Shaikh von Democracynow.org mit zwei Aktivisten auf der COP23 vom 17.11.2017 in Bonn.

Zum Originalbeitrag in Englisch, bitte einfach nur dem Link folgen https://www.democracynow.org/2017/11/16/activists_at_cop23_decry_companies_corporate

Während sich hier in Bonn, Deutschland, beinahe 200 Nationen vesammelten, sind sie nicht die Einzigen, die wegen des U.N. Climate Summit in die Stadt stroemen.

Zahlreiche fossile Brenstoffkonzerne sowie corporative Sponsoren sind ebenfalls gekommen, wo sie hinter den Kulissen ihre eigene Agenda vorantreiben. Am Dienstag stoerten Aktivisten eine Presentation auf einer Unternehmenskonferenz, die am Rande des Climate Summit abgehalten worden ist. Dabei protestierten sie gegen die Europaeische Investitionsbank, die den Bau der Trans Adriatic Gas Pipeline, auch als TAP bekannt, finanziert. Dieses kommt zu einer Zeit, als ein Bericht der Corporate Europe Observatory (CEO) enthuelte, wie die Gas Industrie im Jahr 2016 mehr als 100 Millionen Euro ausgab und ueber 1.000 Lobbyisten einstellte, um Gas als eine Energie Loesung bei den Abgeordneten in Bruessel sowie quer in Europa durchzusetzen. Wir sprechen mit Pascoe Sabido, Forscher und Aktivist der Corporate Europe Observatory, sowie Jesse Bragg, der Media Direktor fuer die Unternehmensrechenschaftspflicht.

Amy Goodman: Das ist Democracy Now!, democracyno.org, The War and Peace Report. Wir berichten live vom U.N. climate summit. Mein Name ist Amy Goodmann zusammen mit Nermeen Shainkh.

Nermeen Shaikh: Waehrend sich hier in Bonn, Deutschland, beinahe 200 Nationen versammelten, sind sie nicht die Einzigen, die wegen des U.N. Climate Summit in die Stadt stroemen. Zahlreiche Fossile Brennstoffunternehmen sowie corporative Sponsoren sind ebenfalls gekommen, wo sie hinter den Kulissen die eigene Agenda vorantreiben. Am Dienstag stoerten Aktivisten eine Presentation auf einer Unternehmenskonferenz, die am Rande des Climate Summit abgehalten worden ist. Dabei protestierten sie gegen die Europaeische Investitionsbank, die den Bau der Trans Adriatic Gas Pipeline, auch als TAP bekannt, finanziert.

Demonstranten: Die EIB finanziert den Klima Wandel. Die EIB finanziert fossile Brennstoffe.

Amy Goodman: Es ist vorgesehen, dass die Trans Adriatic Gas Pipeline von der Griechisch-Tuerkischen Grenze, durch Griechenland und Albanien unter dem Adriatischen Meer bis nach Italien laufen soll. Ein neuer Bericht der Corporate Europe Observatory (CEO) enthuelte, wie die Gas Industrie im Jahr 2016 mehr als 100 Millionen Euro ausgab und über 1.000 Lobbyisten einstellte, um Gas als eine Energie Loesung bei den Abgeordneten in Bruessel sowie quer in Europa durchzusetzen.

Weiteres erfahren wir von zwei weiteren Gaesten im Herzen des U.N. Climate Summits. Pascoe Sabido ist ein Forscher und Aktivist der Corporate Europe Observatory. Und Jesse Bragg ist der Media Direktor fuer die Unternehmensrechenschaftspflicht.

Wir heissen Euch beide bei Democracy Now! willkommen.

Pascoe Sabido: Danke Schoen.

Jesse Bragg: Danke Schoen.

Amy Goodman: Pascoe, lass uns doch mit Dir beginnen. Was sollten die Menschen in den USA und rest der Welt verstehen, was Deiner Meinung nach die kritischsten Themen sind, die auf diesem Summit behandelt werden sollten>

Pascoe Sabido: Ich denke, was wir hier sehen ist, dass der Schwerpunkt viel auf ‘Kohle’ gesetz wird und ich denke, es ist sehr wichtig. Kohle zerstoert das Klima. Dessen ist man sich einig, unabhaengig davon, was die USA sagt. Ich bin mir sicher, Jesse kann spaeter mehr dazu sagen.

Ungluecklicherweise jedoch, waehrend viel ueber den Kohleausstieg gesprochen wird, bewegt sich jeder in Richtung ‘Gas’. Und Gas wird als eine saubere Loesung angesehen. Tatsache ist aber, dass, wenn man sich den gesamten Productionsablauf betrachtet, werden bei Gasbohrungen, beim Transport riesige Mengen an Methan freigegeben. Und Methan ist fuer das Klima hundert mal schaedlicher als CO2. Aber Tatsache ist, dass Kohle und Gas so ziemlich die gleiche Auswirkung auf das Klima haben. Aber dennoch, versuchen uns all die Kohle Kommittees, Oel und Gas Unternehmen in Richtung eines anderen Brennstoffes zu bewegen und dabei erhalten sie eine grosse politische Unterstuetzung. Neue Pipelines, neue LNG Terminals setzen uns fuer weitere 40 bis 50 Jahre fest. Daher sollten wir uns deutlilch bewusst machen, dass wenn wir darueber reden aus der Kohle auszusteigen, wir aus allen anderen fossilen Brennstoffen aussteigen muessen. Und das ist von den Sponsoren erkannt worden. Jetzt haben wir die BNP Paribas, die die Gespraeche sponsert. Sie ist eine der groessten Gasfoerderer von Pipelines, LNG Terminals. Ich meine, sie haben kuerzlich gesagt, dass sie Fracking nicht finanzieren werden, allerdings finanzieren sie weitherhin Gas. Und Iberdrola, ist ein weiteres grosses fossiles Brennstoff Unternehmen, das sein Geld in Gas investiert. Daher sehen wir, dass etwas sehr Gefaerhliches im Hintergrund passiert, basierend auf der Meinungsmache seitens der Gas Industrie, die uns sagt, dass Gas ‘sauber’ ist.

Nermeen Shaikh: Nun, Pascoe, wuerdest Du uns etwas ueber den anwesenden EU Chefunterhaendler, Miguel Arias Canete, erzaehlen? Er selber war doch in irgendwelchen Gas Unternehmen involviert, bevor er diese Position annahm.

Pascoe Sabido: Also, waehrend seiner Mitgliedschaft im Spanischen Parlament, war er tatsaechlich der President nicht nur von einem, sondern von zwei Oelunternehmen, die auf den Kanarischen Inseln ansaessig sind. Anschliessend wurde er zum Umweltminister ernannt. Seit damals und waehrend seiner Position als Umweltminister genehmigte er das Fracking in Spanien. Er genehmigte Oelbohrungen auf einer Flaeche auf den Kanarischen Inseln, die als Kulturerbe gelten. Er sah ebenfalls die ersten Schiffsladungen vom Teersand, die aus Kanda nach Spanien transportiert worden sind. Was ich damit zum Ausdruck bringen moechte ist, dass er nicht besonders ‘klimafreundlich’ ist, wuerde ich sagen, und anschliessend wurde er zum Klimakommissar ernannt worden. Hier herrscht doch ein riesiger Interessenskonflikt.

Nermeen Shaikh: Aber wer ernennt den Klimakommissar hier fuer die EU?

Pascoe Sabido: So, er – um genau zu sein. Naemlich, er ist der Kopf der EU Delegation, und dieser ist vom Presidenten der Europaeischen Kommission ernannt. Dieser wiederum ist aus der Spanischen regierenden Partei ‘Parido Popular’. Und zum Abschluss wird er vom Juncker ernannt. Doch zunaechst muss es dem Parlament zur Anhoerung vorgelegt werden. Und trotz all dieser Interessenskonflikte wurde es moeglich gemacht, dass er ein Kommissar wird.

Amy Goodman: Ganz Kurz, die TAP Pipleline, erklaere uns doch bitte was es ist und wohin es geht.

Pascoe Sabido: Ok. So, es ist eine Pipeline, die von der Tuerkisch-Griechischen bishin zur Italiensichen Grenze laueft. Und diese ist die ganze Zeit bekaempft worden. Es soll das Gas aus Azerbaijan nach Europa bringen. Die Kosten liegen weit ueber dem Budget. Gemeinden entlang der Pipeline wurden umgesiedelt. Das Militaer wurde nach Sueditalien versetzt, um hiesige Doerfer voellig auszuschalten und um den Protest aufzuhalten. Keiner darf rein oder raus. Damit der Bau in Zusammenarbeit mit den grossen Gasunternehmen endlich umgesetz werden kann. Und all das nur, um Europa an mehr Gas zu binden. Aber Azerbaijan ist eine korrupte Diktatur, die ihre politischen Gegner einsperrt. Jede, der oeffentlich sich gegen diese Pipeline ausspricht, findet sich im Gefaengnis wieder. Daher ist das kein Projekt, das gerade die EU, die an sich den Anspruch stellt ein Vorreiter in Klimafragen zu sein, unterstuetzen sollte und auf jeden Fall kein Projekt, das seitens der Europaeischen Investitionsbank noch anderen Europaeische Banken finanzieren werden sollte.

Amy Goodman: Ich moechte nun Jesse, Jesse Bragg, fragen, was nun jetzt mit der Ukraine passieren wird. Diese frage hoerte ich haeufiger auf dem U.N. Climate Summit. Aber was ist denn die Beziehung zwischen USA, Ukraine und Kohle?

Jesse Bragg: Nun, vor ca. ein paar Monaten ist der U.S. Ernergy Secretery, Rick Perry, nach Ukraine gegangen und dort hat er einen Deal gemacht. Ich glaube es ging darum, dass USA Kohle in Wert von 80 Millionen Dollar nach Ukraine exportieren wird. Ein weiterer Teil der Verhandlungen war auch der atomarer Brennstoff, was dem Westinghouse einen wirklichen Gluecksfall einbringt in Form von Lieferung von nuklearem Brennstoff in die Ukraine. So, das ist ,allgemein betrachtet, der Rahmen, innerhalb dessen sich die Ukraine waehrend dieses Summits bewegt.

Amy Goodman: So, und nun erklaere bitte was sie Ukraine vorschlaegt –

Jesse Bragg: Ok.

Amy Goodman: – wenn es um das Pariser Abkommen geht.

Jesse Bragg: So, die Details sind noch unklar, aber es ist nennt sich das ‘Komitte fuer die Zukunkft’. Und die Grundidee gemaess eines reports von ‘Climate Home; ist, dass Konzerne mit am Tisch sitzen wuerden, um Entscheidungen zu treffen und die Implementierung des Pariser Vertrages zu beaufsichtigen. Und dabei handelt es sich nicht nur um grundsaetzliche Konzerne – sondern um Energie-und fossil Brennstoffe Konzerne. Das nun stellt die U.N. Konstruktion, wonach Regierungen Regeln schaffen und den Konzernen aufzwingen, auf den Kopf, da es den Konzernen erlaubt, die Regierungen bei der Implementierung des Pariser Abkommens zu beaufsichtigen.

Amy Goodman: Wurde dieses nach dem Ukraine Besuch des ehemaligen texanischen Governors und des jetzigen Energy Secretary Perry vorgeschlagen?

Jesse Bragg: Das ist richtig.

Amy Goodman: Weil USA sich aus dem Paris Vertrag verabschiedet hatte –

Jesse Bragg: Richtig.

Amy Goodman: – dann muesste es ja von jemand Anderem gemacht werden.

Jesse Bragg: Genau. Sie haben nicht viel Kapital. Und daher stellt sich die Frage, ob es ein Teil des Geschaefts war: “ Wir exportieren Kohle zu Dir, und als Gegenleistung, kannst Du diesen Vorschlag einfliessen lassen, das unseren Konzernen einen gemeinsamen Sitz am Tisch sichert.

– Ende Teil 1 –



 Activists at COP23 Decry Companies & Corporate Sponsors Pushing Fossil Fuel as Energy Solution

You are able to watch and / or  read the full interview by following the link:

https://www.democracynow.org/2017/11/16/activists_at_cop23_decry_companies_corporate

 

 

 

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